Hoedenhoesen gehen auf die Straße (Ein unpolitisches Manifest)
Nicht doch!, widersprach sie empört, Doch nicht Hodenprothesen!
Ein Glasauge, ok. Aber Prothesen in diesem Bereich sind mir suspekt. Sowas riecht doch gar nicht richtig. Wie soll ich denn Mundsaftmarinade mit so Plastikteilen zubereiten?
Dann sind sie eben aus Karbon. Für mich ist das alles Plastik, und damit ungenießbar. Versuchen Sie gar nicht erst, mich zu überreden; mein Entschluss steht fest. Kommt gar nicht Frage, nicht in meine Tüte. Nein, lassen Sie das. Das ist so kaltkomisch. Da kann ich ja gleich mit Ken spielen.
Das hat mit Moral nichts zu tun. Nein, ich habe gar keine. Es ist nur so unwirklich, verstehen Sie? Schlimmer als getürkte Gefühle sind Plastikprothesen … da unten. Jaja, Karbon meinetwegen. Von mir aus kann das dreimal Weltraumtechnik sein. Es geht einfach nicht. Es nützt auch nichts, wenn Sie mich versuchen zu überzeugen als ob wir von Politik sprächen.
Ich habe doch nein gesagt. Und überhaupt, was haben Sie denn davon? Wie meinen Sie das, Nervenzellen aus Karbon? – Wirklich? Ja, Sie haben die NASA schon erwähnt – aber wer ahnt denn, dass die schon SO weit sind. Echt? Wie fühlt sich das an? Und wenn ich so mach?
Verrückt. Das fühlt sich irgendwie ok an. Wer hätte gedacht, dass Weltraumkarbon … ich dachte immer, daraus werden so Formel 1-Teile gemacht. Aber doch nicht so was. – Wie „wie mit dem Fax?“ NASA-Technologie aus Japan? Ja gibt’s denn so was! Bleiben Sie mal so stehen… Und wie heißen die Dinger ... wenn man sie im Internet bestellen wollte, wonach müsste man suchen? Wie? „Hoedenhoesen“. Wie buchstabiert man das? – O, das ist aber lieb, dass Sie mir das nachher aufschreiben wollen.